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Integrationskurs für Mütter mit Kindergartenkinder in Kloten und Opfikon

Ausgangslage
Statistische Zahlen weisen darauf hin, dass in Kloten 33% und in Opfikon 50% der Kinder im Alter von 0-9 Jahren ausländischer Herkunft sind. Erfahrungen der Jugend- und Familienberatung zeigen, dass 50% aller Klientinnen und Klienten Migrantenfamilien sind. Ihre Hauptfragen betreffen Erziehungs- und Schulprobleme.

Befragungen
Befragungen von Kindergärtnerinnen und Lehrpersonen in den beiden Gemeinden zu Problemen von albanisch-sprechenden Eltern und Kindern haben folgendes ergeben:
Eltern verharren in ihren traditionellen Erziehungs- und Verhaltensmuster, die in der Emigration nur zum Teil anwendbar sind.

Defizite
Eltern fördern und begleiten die Kinder kaum, da migrationsspezifisches Erziehungs- und Förderwissen fehlen. Der Kontakt zwischen Kindergarten bzw. Schule und Elternhaus wird durch mangelnde Sprachkenntnisse, gegenseitige Vorurteile und Unsicherheiten erschwert. Die Kinder weisen grosse Defizite in den Bereichen
  • Wahrnehmung,
  • Sprachkompetenz,
  • intellektuelle Fähigkeiten und
  • soziales Verhalten auf.
Pilotkurse
Aufgrund dieser Situation haben sich unter der Leitung der Kontaktstelle Kleinkinderfragen in beiden Gemeinden Projektgruppen gebildet, bestehend aus Vertreterinnen der Schule, der Schulpflege und zwei Kulturvermittlerinnen. Aufgrund der Problemstellung und der Anzahl betroffener Eltern wurde entschieden, je einen Pilotkurs in Kloten und in Opfikon für albanisch-sprechende Mütter mit Kindergartenkindern durchzuführen.

Projektidee
Albanisch sprechenden Müttern wird ein Integrationskurs angeboten, der sie mit der neuen Lebens- und Lernwelt ihrer Kinder vertraut macht. Der Kurs wird in der Muttersprache durchgeführt. Die Kursthemen wurden aufgrund der Befragung festgelegt und in Zusammenarbeit mit Kindergärtnerinnen, Primarlehrerinnen, den albanisch-sprechenden Kursleiterinnen sowie einer Erwachsenenbildnerin entwickelt. Im Kurs werden folgende Themen besprochen:
  • Kindergarten und Schulsystem
  • Bedeutung der Muttersprache für den Zweitsprachenerwerb
  • Kommunikation im Alltag / in der Familie
  • Wie lernen Kinder
  • Elternsein im fremden Land – wie können Eltern Brücken bauen zwischen der Herkunftskultur und der neuen Lebenswelt?
  • Feste und Bräuche
  • Die Umgebung entdecken
  • Deutschkurse
Finanzen
Die Kurse werden mitfinanziert durch KAAZ (kantonale Arbeitsgemeinschaft für Ausländerfragen), die Schulpflegen Kloten und Opfikon und die politische Gemeinde Opfikon.

Quelle
Zwischenbericht des Jugendsekretariates Bülach, Zweigstelle Kloten, 2001, (Wiesendanger, Terenziani)



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